Legalize me (Erste Welt)

Ob Potsdam, München, Rostock oder Berlin. Ob Erfurt, Münster, Kassel oder Schwerin. Ob Stuttgart, Augsburg oder Bremerhaven, Criminalmann ist dort jeden Tag seinen Weg am entlangschreiten. Ich arbeite immer von früh bis spät. Von da geh ich nach Haus auf direktem Weg. Pass immer auf, dass sich kein Mensch nach mir umdreht. Bin immer unterwegs und auf der Suche nach Anonymität. Geh nicht in die Disco oder in ein Café. Ich habe kein Geld und achte drauf, dass ich unaufällig abgehe! Mir darf nichts passieren, denn illegal steh ich alleine da. Mir hilft kein Dope und kein Reggae!

Ich bin kein Drogendealer, kein Zuhälter oder Dieb. Sondern ich nenn’ nur fünf-sechs Mark die Stunde auf die Hand
Profit. Ob im Bau oder als Servicekraft in der Gastronomie. Ich bin der Mann ohne Rechte, bin “in illegality”.

Legalize me!

Ich sehe Wohlstand und Egoisten in diesem Land. Vollgefressen und so arm an Verstand! Als Fremder gedultet, aber nicht anerkannt. Ich frage mich, ich frag dich. Was soll die Mauer um die reichen zehn Prozent? Eine neue Apartheid, die nur mehr Armut bringt. Euren Status, eure Macht verdankt ihr der Vergangenheit. Kolonialgeschichte Europas voller Blut und Leid! Ausgebeutetes Land bietet keinen Weg. Meine Existenz, ein Verbrechen, das man gern abschiebt. Paragraphenmaschine gegen Humanität. Siehst du, wie meine Zukunft auf dem Boden liegt?

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